Unsere Geschichte
florian
Schutzpatron Florian
Das Ammerschen Brandschutzwesens begann mit Ledereimern, Feuerhaken und Leitern. Jeder männliche Bürger, welcher sich im Dorf verheiratete, hatte die Pflicht, zuvor der Gemeinde einen neuen ledernen Löscheimer zur Verfügung zu stellen. Die Ledereimer wurden in der Kirche aufbewahrt und Feuerhaken und Leitern im Leiterhaus, an der Kirchhofmauer. Weiter war jeder Hauseigentümer verpflichtet, bei seiner Haustür einen eisernen Haken fest anzubringen, wo bei Feuerbrunst oder anderen Katastrophen eine leuchtende Laterne aufgehängt werden musste. Mit der Installation des elektrischen lichtes in Ammern im Jahre 1912 sind Haken nach und nach verschwunden. Die allererste Aufzeichnung über diesbezügliche Sachen ist aus dem Jahre 1582. Hier wurden „9 Schneeberger und 6 Groschen“ für den Kauf von neuen Bohlenbrettern ausgegeben, die zum neuen belegen des Daches von Leiterhäusern gebraucht wurden. Um nicht Opfer von Fäulnis zu werden, waren hier, wie schon erwähnt, Leitern und Feuerhaken untergebracht. Das beweist auch ein Inventarium von 1598-1616. Waren es 1598 noch 3 Feuerhaken, 9 Leitern und 44 Ledereimer ändert sich die Zahl 1616 auf 3 Feuerhaken, 5 Leitern und 46 Ledereimer. Die Aufzählung schließt mit dem Satz „Leder-Eimer in der Kirchen“.
Die erste Aufzeichnung eines Brandes in der Ammerschen Kirchenchronik ist im Jahr 1525. Hier steht geschrieben: „ Am Montag nach Kantate, also der 2. Montag im Mai, traf die Reiterei der Churfirsten und Fürsten, nachdem die Anhänger von Thomas Münzer geschlagen worden waren, in Mühlhausen ein. Sie ritten im Felde herum, steckten das Dorf Ammern in Brand, so dass alle unter der Brücke liegenden Häuser ein Raub der Flammen wurden.
feuerwehrgeschichte
Altes Foto aus Ammern
Hiermit noch nicht genug, nahmen den hiesigen Einwohnern und den Reiserschen das Vieh und führten es nach Schlotheim ins Lager.“ Zu der Feuerbrunst in Ammern am 13. März 1762 wurde sofort durch den Mühlhäuser Rat zu einer Sondersitzung zusammen gerufen, um über Hilfstätigkeiten zu beraten. „Es ist nun ohne Anstand der bedacht darauf zu nehmen, wie den Notleidenden mit Lebensmitteln an Hand zu gehen ist. Vorläufig ist die Verfügung gemacht, dass ein Fass Bier nebst etwas Branntwein hinausgebracht werde.“ Desweiteren wurde beschlossen, Brot zu backen und das nötige Fleisch mitzuschicken, sowie am anderen Tag noch mehreres Bier und Branntwein hinauszuschaffen. Die Ausführung wurde am Senneramt (Polizei) übertragen. Drei Tage später beschließt der Mühlhäuser Rat weitere Hilfsmaßnahmen. Es wurde eine Sammlung von Haus zu Haus im gesamten Mühlhäuser Gebiet angeordnet und das Senneramt verhandelt mit den Bäckern Fleischern, Brennern und Bauern über die Preise der gelieferten waren. Ammerschen wollten dann Häuser in Reiser und Görmar kaufen, abreißen und in Ammern wieder aufbauen. Diese Gesuche wurden nach einen Gutachten dann aber nicht genehmigt. Dafür wird den Brandgeschädigten billiges Bauholz gegeben und die geschädigten Bauern erhielten Saatgetreide. Am 26. März 1926 versammelte der damalige Bürgermeister Wilhelm Werner 46 Männer aus Ammern in der Gemeindeschänke um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Unter Führung vom leitenden Brandmeister Otto Mackrodt wurde der Dienst aufgenommen. Löschmeister wurden Karl Werner und Otto Vockrodt, der Großvater unseres heutigen Wehrführer Martin Winkler.
 
Die Leitung wechselte wie folgt:

 

  • Ab 1926
Otto Mackrodt
  • Ab 1933
Albert Fischer
  • Von 1950-1954
Arthur Weingardt
  • Von 1955-1956
Gustav Bickel
  • Von 1957-1960
Ernst Kaiser
  • Von 1961-Mitte 1973
Walter Weiz
  • Ab Mitte 1973-Ende 1973
Hans Beubler
  • 1974
Heinz Werner
  • 1975-Oktober 1990
Peter Lautenschläger
  • Ab Oktober 1990-November 2005
Klaus Till
  • Seit 04.11.2005
Martin Winkler



Die erste Löschprobe wurde damals gleich anschließend auf Gemeindekosten durchgeführt und die erste Bewährungsprobe der neu gegründeten Wehr ließ nicht lange auf sich warten. Bei einem Unwetter am 7. Juli 1926 konnte schon Schlagkraft und Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt werden. An jenem Tage war 14 Stunden lang starker Gewitterregen. Und als Unstrut und Luhne über die Ufer traten, wurde die Feuerwehr alarmiert. Eine neue Einrichtung kam zum Einsatz, ein Signalhorn. Erster Hornist war Otto Beate. Als dann die Unstrut durch das Backhaus (heute Fam. Kiehl) floss, drüben bis an den E-Masten bei Erich Herz reichte und das Wasser bis in die Hintergasse (heute Lindenhofstraße) stand, war ein rastloser Einsatz der gesamten Wehr erforderlich.
 
Weitere Einsätze bei Großbränden folgten:
 
  • 26.09.1928 Alfred Vogler, Oskar Schramme (heute Erhard Schramme und neues Haus Eckard Vogler)
  • 09.11.1928 Emil Schwarzkopf, Karl Klinge und Karl Weinreich (heute Walter Kerst, Rene und Bernd Hartung, Siegfried Vogler und Gerhard Weinreich)

Eine weitere Verbesserung der Schlagkraft war im Jahre 1929 der Bau der Wasserleitung in Ammern mit Installation von 27 Oberflurhydranten hier in Ammern. Das Ergebnis der zahlreichen Einweisungs- und Übungsstunden war dann, das der Schlauchwagen nun vor der Spritze rangierte.
 
Weitere Großbrände folgten:
 
  • 08.09.1929 Otto Weinreich (Grundstück unseres verstorbenen Kameraden Hans Weinreich)
  • 04.12.1929 Hintergebäude der gesamten Null im Unterdorf
  • 26.11.1930 Alfred Göber
  • 14.09.1931 August John, Hermann Trautmann, Paul Hottop und August Nicolei, Hintergasse (heutige Lindenhofstraße)
  • 1933 war Ammern mit der Ausgestaltung des Kreisverbandstages der Feuerwehren des Kreises Mühlhausen beauftragt. Dieser wurde am 6. Mai 1925 gegründet und im September 1993 in Langula wieder ins Leben gerufen.
  • 1934 brannten abermals die Scheune und Wirtschaftsgebäude bei Oskar Schramme. Aufgrund der hohen Brandmauern vom letzten wiederaufbau blieb das Wohnhaus erhalten, aber die gesamte Ernte war vernichtet.
  • 1934 war ein besonderes Jahr. Die gesamte Wehr wurde neu uniformiert und es erfolgte der Ankauf einer neuen Motorspritze. Wieder waren viele Übungs- und Erweiterungsstunden nötig bis der Aufbau mit Verteiler und 3 Rohren klappte.
  • Eine weitere Investition war der Neubau des Gerätehauses mit Steigerturm für 2250 Reichsmark. Jetzt wurden die Schläuche im Turm getrocknet, welches bis dahin in der Kirche geschehen war.
  • 1935 fand die Gründung von Feuerwehrvereinen statt. Der Vereinsbezirk entsprach dem damaligen Amtsbezirk Ammern und umfasste die Gemeinden Ammern, Lengefeld, Dörna und Hollenbach. Vereinsvorsitzender war zu dieser Zeit der Amtsvorsteher Wilhelm Werner und Wehrführer Julius Zimmermann aus Lengefeld. Der Verein besaß einen eigenen Spielmannszug, der bei Aufmärschen und zu festlichen Anlässen eingesetzt wurde.

So nahte dann der unheilvolle Krieg und mancher ist aus den Reihen der Feuerwehr nicht wieder zurückgekehrt. Die Daheimgebliebenen hatten dafür erhöhte Verpflichtungen und die Löscharbeiten
Garant K30
Alter Garant K30 der Feuerwehr Ammern
der durch Beschuss von amerikanischen Panzern verursachten Brände am 4. April 1945 bei Gustav Möller und Gerda Schwarzkopf sowie der Großbrand im Hause Fuchs im Juli  1945 waren nicht ungefährlich. Die Heimkehrer fanden sich zum größten Teil in den Reihen der Feuerwehr wieder zusammen. „Wer freiwillig kommt, den soll man nicht zurückweisen“ waren die Worte des damaligen Bürgermeisters Paul Wilhelm. In der folgenden Zeit fanden dann auch viele jährliche Busfahrten und nikolausfeiern statt, die das Band der Zusammengehörigkeit immer fester knüpften. Mit der Gründung der DDR 1949 begann auch die zeit in der Feuerwehr, wo Kampfprogramme erstellt werden mussten, zu den unterschiedlichsten Anlässen, wie zum Beispiel „Volkswahlen, Parteitage, Jahrestage und dem Wettbewerb „Mach mit, schöner unsere Städte und Gemeinden“. Die Rechenschaftsberichte dieser zeit waren zum Großteil nur mit politischen Ausführungen erfüllt und wurden bei Jahreshauptversammlungen tapfer verlesen und „würdig ertragen“. In Rededispositionen wurden aufgaben vorgegeben, wie zum Beispiel „Die Bedeutung der Volkswahlen und die sich daraus ergebenen Aufgaben für die Freiwilligen Feuerwehren“. Oder: „Die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren bei der Vollendung des sozialistischen Aufbau in der Deutschen Demokratischen Republik“.
Unsere Lösungen: „Helfen in Not, ist unser Gebot“ oder „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ und „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ wurden etwas geändert und hießen jetzt: „Mit Kraft und Gewandheit, verbunden mit einem hohen Staatsbewusstsein, sind die Eigenschaften eines guten Feuerwehrmannes“. Weiter hieß es: „Dem Volke zur Wehr, unserer Republik zur Ehr“.

Natürlich gab es auch Vorschriften bzw. Rededisponentionen die zur Ausbildung von Feuerwehren wichtig waren, wie zum Beispiel:

  • Maßnahmepläne für den vorbeugenden Brandschutz
  • Maßnahmen zum Schutz der Ernte
  • Maßnahmen für Katastrophenschutz (Hochwasser)
  • Sowie: Brandbekämpfung im winter
  • Aufbau und Arbeitsweise einer tragkraftspritze
  • Atemschutz

In dieser zeit wurden auch die jährlichen Brandschutzkontrollen durchgeführt und Mängel in den Haushalten, gesellschaftlichen Einrichtungen und betrieben aufgeführt. Es wurden die Mängel aufgeschrieben und durch die Gemeinde hat mängelbescheide erstellt. So konnte auf die Beseitigung gedrängt werden.
Die letzen Jahre waren dann von Mangel an Aschenkübeln geprägt oder sonstige Engpässe. In jedem Bericht mehrten sich die Anforderungen an die Gemeinde, zur Bereitstellung der Behältnisse für Asche. Die letzten Jahre vor der Wende wurden dann schon die Nichtanwesenheit der K
50 Jahre Feuerwehr Ammern
Altes Foto aus Ammern
ommission „Ordnung und Sicherheit“ sowie des Abschnittsbevollmächtigten (ABV) in Rechenschaftsberichten kritisiert und auch die politischen Ausführungen waren nicht mehr in dem Umfang wie früher vorhanden. In der gesamten Zeit finanzierte sich die Freiwillige Feuerwehr Ammern durch spenden, vorwiegen aus der LPG „ IV Parteitag“ Ammern, wo unser heutiges Ehrenmitglied Günter Henning als Hauptbuchhalter immer ein offenes Ohr und ein großzügiges Händchen für uns hatte. Aber auch bei Wettbewerben, Herbstinspektionen oder bei Auszeichnungen für vorbildliche Arbeit hingen immer ein paar Mark daran rum und vielmals ließ sich auch die Gemeinde nicht lumpen. Eine kleine Prämie für Feuerwehr zu festlichen Anlässen war immer drin. Waren größere ausgaben zum Jubiläum geplant, war die LPG, die Gemeinde oder unsere vielen NAW-Einsätze gefragt. Wir haben Scheunen abgerissen oder sonstige Einsätze durchgeführt, um das nötige Kapital für unsere feiern zu sichern. Es war auch die zeit der Schnelligkeitsübungen im Wirkungsbereich sowie die Wettkämpfe im Kreisausscheid. Unsere Frauen belegten da immer gute Plätze. Von 1969-1990 belegten sie 6-mal den 1.Platz, 5-mal den 2.Platz und 2-mal den 3.Platz. Die Männer kamen auf 2 erste Plätze und 3 zweite und 3 dritte Plätze. Von 1995-1998 und 2001 erreichte unsere Frauenmannschaft in der Kreisbestenermittlung des Unstrut-Hainich-Kreises „Einsatzübung nach Fw.DV4“ immer den ersten Platz. Sie waren als einzige Frauenmannschaft im Kreis angesehen und hätten sich bei den Männermannschaften auch immer beachtbar geschlagen. Den gestifteten Wanderpokal konnten sie erfolgreich verteidigen. Die Männer belegten 1995 den 6.Platz, 1998 den 3.Platz, 2001 den 6.Platz und 2005 den 7.Platz. Im Rahmen des Katastrophenschutzes wurden alljährliche Übungen des Brandschutzzuges durchgeführt und die Ansetzung des Termins war meistens der Tag nach den Feierlichkeiten zum 7.Oktober. Mit der Übergabe der Leitzentrale in Mühlhausen begann der heutigen Alarmierungsvorgang über die Funkmeldeempfänger.
 

wirbrauchensie

Partner der Feuerwehr