| Unsere Geschichte |
Schutzpatron Florian
Die erste Aufzeichnung eines Brandes in der Ammerschen Kirchenchronik ist im Jahr 1525. Hier steht geschrieben: „ Am Montag nach Kantate, also der 2. Montag im Mai, traf die Reiterei der Churfirsten und Fürsten, nachdem die Anhänger von Thomas Münzer geschlagen worden waren, in Mühlhausen ein. Sie ritten im Felde herum, steckten das Dorf Ammern in Brand, so dass alle unter der Brücke liegenden Häuser ein Raub der Flammen wurden. Hiermit noch nicht genug, nahmen den hiesigen Einwohnern und den Reiserschen das Vieh und führten es nach Schlotheim ins Lager.“ Zu der Feuerbrunst in Ammern am 13. März 1762 wurde sofort durch den Mühlhäuser Rat zu einer Sondersitzung zusammen gerufen, um über Hilfstätigkeiten zu beraten. „Es ist nun ohne Anstand der bedacht darauf zu nehmen, wie den Notleidenden mit Lebensmitteln an Hand zu gehen ist. Vorläufig ist die Verfügung gemacht, dass ein Fass Bier nebst etwas Branntwein hinausgebracht werde.“ Desweiteren wurde beschlossen, Brot zu backen und das nötige Fleisch mitzuschicken, sowie am anderen Tag noch mehreres Bier und Branntwein hinauszuschaffen. Die Ausführung wurde am Senneramt (Polizei) übertragen. Drei Tage später beschließt der Mühlhäuser Rat weitere Hilfsmaßnahmen. Es wurde eine Sammlung von Haus zu Haus im gesamten Mühlhäuser Gebiet angeordnet und das Senneramt verhandelt mit den Bäckern Fleischern, Brennern und Bauern über die Preise der gelieferten waren. Ammerschen wollten dann Häuser in Reiser und Görmar kaufen, abreißen und in Ammern wieder aufbauen. Diese Gesuche wurden nach einen Gutachten dann aber nicht genehmigt. Dafür wird den Brandgeschädigten billiges Bauholz gegeben und die geschädigten Bauern erhielten Saatgetreide. Am 26. März 1926 versammelte der damalige Bürgermeister Wilhelm Werner 46 Männer aus Ammern in der Gemeindeschänke um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Unter Führung vom leitenden Brandmeister Otto Mackrodt wurde der Dienst aufgenommen. Löschmeister wurden Karl Werner und Otto Vockrodt, der Großvater unseres heutigen Wehrführer Martin Winkler. Die Leitung wechselte wie folgt:
Die erste Löschprobe wurde damals gleich anschließend auf Gemeindekosten durchgeführt und die erste Bewährungsprobe der neu gegründeten Wehr ließ nicht lange auf sich warten. Bei einem Unwetter am 7. Juli 1926 konnte schon Schlagkraft und Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt werden. An jenem Tage war 14 Stunden lang starker Gewitterregen. Und als Unstrut und Luhne über die Ufer traten, wurde die Feuerwehr alarmiert. Eine neue Einrichtung kam zum Einsatz, ein Signalhorn. Erster Hornist war Otto Beate. Als dann die Unstrut durch das Backhaus (heute Fam. Kiehl) floss, drüben bis an den E-Masten bei Erich Herz reichte und das Wasser bis in die Hintergasse (heute Lindenhofstraße) stand, war ein rastloser Einsatz der gesamten Wehr erforderlich.
Weitere Einsätze bei Großbränden folgten:
Eine weitere Verbesserung der Schlagkraft war im Jahre 1929 der Bau der Wasserleitung in Ammern mit Installation von 27 Oberflurhydranten hier in Ammern. Das Ergebnis der zahlreichen Einweisungs- und Übungsstunden war dann, das der Schlauchwagen nun vor der Spritze rangierte. Weitere Großbrände folgten:
So nahte dann der unheilvolle Krieg und mancher ist aus den Reihen der Feuerwehr nicht wieder zurückgekehrt. Die Daheimgebliebenen hatten dafür erhöhte Verpflichtungen und die Löscharbeiten der durch Beschuss von amerikanischen Panzern verursachten Brände am 4. April 1945 bei Gustav Möller und Gerda Schwarzkopf sowie der Großbrand im Hause Fuchs im Juli 1945 waren nicht ungefährlich. Die Heimkehrer fanden sich zum größten Teil in den Reihen der Feuerwehr wieder zusammen. „Wer freiwillig kommt, den soll man nicht zurückweisen“ waren die Worte des damaligen Bürgermeisters Paul Wilhelm. In der folgenden Zeit fanden dann auch viele jährliche Busfahrten und nikolausfeiern statt, die das Band der Zusammengehörigkeit immer fester knüpften. Mit der Gründung der DDR 1949 begann auch die zeit in der Feuerwehr, wo Kampfprogramme erstellt werden mussten, zu den unterschiedlichsten Anlässen, wie zum Beispiel „Volkswahlen, Parteitage, Jahrestage und dem Wettbewerb „Mach mit, schöner unsere Städte und Gemeinden“. Die Rechenschaftsberichte dieser zeit waren zum Großteil nur mit politischen Ausführungen erfüllt und wurden bei Jahreshauptversammlungen tapfer verlesen und „würdig ertragen“. In Rededispositionen wurden aufgaben vorgegeben, wie zum Beispiel „Die Bedeutung der Volkswahlen und die sich daraus ergebenen Aufgaben für die Freiwilligen Feuerwehren“. Oder: „Die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren bei der Vollendung des sozialistischen Aufbau in der Deutschen Demokratischen Republik“. Unsere Lösungen: „Helfen in Not, ist unser Gebot“ oder „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ und „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ wurden etwas geändert und hießen jetzt: „Mit Kraft und Gewandheit, verbunden mit einem hohen Staatsbewusstsein, sind die Eigenschaften eines guten Feuerwehrmannes“. Weiter hieß es: „Dem Volke zur Wehr, unserer Republik zur Ehr“. Natürlich gab es auch Vorschriften bzw. Rededisponentionen die zur Ausbildung von Feuerwehren wichtig waren, wie zum Beispiel:
In dieser zeit wurden auch die jährlichen Brandschutzkontrollen durchgeführt und Mängel in den Haushalten, gesellschaftlichen Einrichtungen und betrieben aufgeführt. Es wurden die Mängel aufgeschrieben und durch die Gemeinde hat mängelbescheide erstellt. So konnte auf die Beseitigung gedrängt werden. Die letzen Jahre waren dann von Mangel an Aschenkübeln geprägt oder sonstige Engpässe. In jedem Bericht mehrten sich die Anforderungen an die Gemeinde, zur Bereitstellung der Behältnisse für Asche. Die letzten Jahre vor der Wende wurden dann schon die Nichtanwesenheit der K ommission „Ordnung und Sicherheit“ sowie des Abschnittsbevollmächtigten (ABV) in Rechenschaftsberichten kritisiert und auch die politischen Ausführungen waren nicht mehr in dem Umfang wie früher vorhanden. In der gesamten Zeit finanzierte sich die Freiwillige Feuerwehr Ammern durch spenden, vorwiegen aus der LPG „ IV Parteitag“ Ammern, wo unser heutiges Ehrenmitglied Günter Henning als Hauptbuchhalter immer ein offenes Ohr und ein großzügiges Händchen für uns hatte. Aber auch bei Wettbewerben, Herbstinspektionen oder bei Auszeichnungen für vorbildliche Arbeit hingen immer ein paar Mark daran rum und vielmals ließ sich auch die Gemeinde nicht lumpen. Eine kleine Prämie für Feuerwehr zu festlichen Anlässen war immer drin. Waren größere ausgaben zum Jubiläum geplant, war die LPG, die Gemeinde oder unsere vielen NAW-Einsätze gefragt. Wir haben Scheunen abgerissen oder sonstige Einsätze durchgeführt, um das nötige Kapital für unsere feiern zu sichern. Es war auch die zeit der Schnelligkeitsübungen im Wirkungsbereich sowie die Wettkämpfe im Kreisausscheid. Unsere Frauen belegten da immer gute Plätze. Von 1969-1990 belegten sie 6-mal den 1.Platz, 5-mal den 2.Platz und 2-mal den 3.Platz. Die Männer kamen auf 2 erste Plätze und 3 zweite und 3 dritte Plätze. Von 1995-1998 und 2001 erreichte unsere Frauenmannschaft in der Kreisbestenermittlung des Unstrut-Hainich-Kreises „Einsatzübung nach Fw.DV4“ immer den ersten Platz. Sie waren als einzige Frauenmannschaft im Kreis angesehen und hätten sich bei den Männermannschaften auch immer beachtbar geschlagen. Den gestifteten Wanderpokal konnten sie erfolgreich verteidigen. Die Männer belegten 1995 den 6.Platz, 1998 den 3.Platz, 2001 den 6.Platz und 2005 den 7.Platz. Im Rahmen des Katastrophenschutzes wurden alljährliche Übungen des Brandschutzzuges durchgeführt und die Ansetzung des Termins war meistens der Tag nach den Feierlichkeiten zum 7.Oktober. Mit der Übergabe der Leitzentrale in Mühlhausen begann der heutigen Alarmierungsvorgang über die Funkmeldeempfänger. |









