Großübung der Wehren aus Unstruttal
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Wie jedes Jahr trainierten wir den Ernstfall mit allen 6 Feuerwehren unserer Gemeinde. In diesem Jahr entschieden wir uns für das Gelände der Firma Naturrind Unstruttal in Horsmar. An diesem Tag wurden 2 verschiedene Übungen simuliert. Zum einen ein Werkstattbrand mit verqualmter Garage, wo 3 vermisste Personen aus ihrer Gefahrensituation befreit werden mussten und zum anderen ein Unfall in einer Düngerhalle mit Pflanzenschutzmitteln, wo ein Mitarbeiter durch auslaufendes Pflanzenschutzmittel verletzt und durch einen Anhänger eingeklemmt wurde.

Am Samstag, dem 18. Oktober 2008, gegen 15.00 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Horsmar alarmiert. Kurze Zeit später trafen die Kameraden der FFw Horsmar an der Einsatzstelle ein. Nach kurzer Lageerkundung wurde der Einsatzbefehl gegeben und weitere Kräfte und Mittel aus der Gemeinde angefordert. Im landwirtschaftlichen Betrieb ist für den Einsatz genügend Löschwasser in 2 Zisternen vorhanden. Trotzdem macht es sich im Ernstfall erforderlich, eine 2. Wasserversorgung von der Unstrut zu haben. Diese Aufgaben mussten von den Feuerwehren aus Reiser, Eigenrode und Dachrieden übernommen werden, wobei die Feuerwehr aus Eigenrode noch die Abschirmung mit Löschwasser am Einsatzobjekt absichern musste. Das Löschwasser musste über eine Strecke von rund 600 m und einen Höhenunterschied von rund 40 m zum Einsatzobjekt gepumpt werden. Es wurden 3 Pumpen und verschiedene Schlauchbrücken auf der langen Wegestrecke eingesetzt und die Schläuche so verlegt, dass sie den nachfolgenden Straßenverkehr nicht beeinflussten. Von der Alarmierung bis zur Fertigstellung der Wasserversorgung benötigten unsere Kameraden 34 Minuten. Auch die Kameraden aus Horsmar zeigten einen tadellosen Übungsablauf. Von der Alarmierung bis zur letzten Bergung der Personen vergingen 25 Minuten. Sicherlich, wenn man als betroffene Person in dieser Situation ist, kommt einem die Zeit unendlich vor, jedoch arbeiteten die Kameraden sehr schnell und korrekt. Der 2. Teil unserer Übung bestand darin, eine verunfallte Person aus einer Dünger- und Pflanzenschutzhalle zu bergen. Dazu benötigten wir ein Messfahrzeug des Brand- und Katastrophenschutzzuges des Unstrut-Hainich-Kreises, welches in Ammern stationiert ist. Diese Übung wurde unter Vollschutz durchgeführt. Aufgabe war: Menschenrettung, Erfassung der chemischen Mittel bis hin zur Dekontamination der Kameraden. Der Aufwand für eine solche Übung ist sehr hoch. Alle 20 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Ammern mit ihrer gesamten Technik und Ausrüstung wurden für diesen Übungsteil benötigt. Wäre im Ernstfall die Gefahr größer, würden wir den kompletten Katastrophenschutzzug des Unstrut-Hainich-Kreises anfordern, der sich aus mehreren Fahrzeugen zusammensetzt. Eine solche Übung benötigt viel Zeit und Einsatzbereitschaft eines jeden Kameraden. Ob das Anlegen der Schutzbekleidung, die Bergung der verunglückten Person bis hin zur Erfassung der chemischen Mittel sowie die Reinigung der Schutzbekleidung und Kontrolle des Einsatzes. Dies steht unter einem hohen Aufwand. Die Kameraden aus Ammern führten diesen Übungsteil auch sehr gut aus, wobei man beachten muss, dass es das 1. Mal zu dieser Herausforderung kam. Der Kreisbrandmeister, der Ortsbrandmeister mit seinem Stellvertreter und der Bürgermeister konnten nach Beendigung der Übung eine positive Resonanz ziehen.

Detlef Nonn
Ortsbrandmeister

 

Partner der Feuerwehr